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VAN HORN ZEIGT MANUEL GRAF BUCHTIPP 7. JANUAR BIS 28. FEBRUAR 2009 ERÖFFNUNG MITTWOCH 7. JANUAR, 19 UHR Manuel Graf liest gern und viel. Die Ausstellung "Buchtipp" ist als ebensolcher zu verstehen, sie könnte genausogut "Geheimtipp" betitelt sein, da das Buch auf das Graf hinweisen möchte - "Das sensible Chaos",1962 von Theodor Schwenk (ISBN 3-7725-0571-6) - wahrscheinlich keinem größeren Publikum bekannt ist und der Künstler, durch seine eigene, nicht-lineare Denkweise, uns unbekannte "geheime" Bilder sehen lässt.
Der Film zeigt die Erweiterung von Grafs Interesse für Architektur hin zu dem Aufbau von Natur und deren Widerspiegelung in der inneren Konstruktion des Menschen. Auch Herr Wallat, der Protagonist aus "über die aus der zukunft fliessende zeit", hat in diesem Zusammenhang etwas zu sagen. Graf findet geradezu archtypische Formen für seine Gedankenbilder. Eines der zentralen Bilder, das auch auf der Einladungskarte zu sehen ist, erinnert and den menschlichen Kehlkopf, durch den nicht nur Sprechen möglich wird, sondern der auch als Mittler zwischen Geist und Materie gilt. Tatsächlich entstand dieses Bild aus einem Phänomen welches entsteht wenn man, unter konrollierten Bedingungen, Wasser auf Wasser treffen lässt. Weiteres lässt sich durch eigenes Schauen erschliessen - wir freuen uns auf Ihr Kommen. Manuel Graf *1978 hat u.a. ausgestellt im MuseumX/Museum Abteiberg, Mönchengladbach; Kunstverein Göttingen; MQ, Wien; Frans Hals Museum/De Hallen, Amsterdam; Kunstverein Nürnberg; KIT, Düsseldorf u.v.m. Er ist ars viva Preisträger 2008/2009. Buchtipp ist seine zweite Einzelausstellung bei VAN HORN. Die Arbeit wird im Rahmen des Festivals "Temps d'Images" vom 8.bis 14.1. parallel im Tanzhaus NRW zu sehen sein, sowie ab dem 1. März 2009 im Mu seum Abteiberg, Mönchengladbach anläßlich der ars viva Ausstellung. "Buchtipp", 1-Kanal Video-Projektion, Color/Ton, auf Blue Ray disc, 7:20 min. Gesprochener Prolog, Herr Wallat: „Meine Damen und Herren, ich möchte Ihnen das Buch „Das sensible Chaos" vorstellen. Droben in den Wäldern über Bad-Säckingen in Herrischried im Hochschwarzwald - dort hat er sein Institut. Schon seit den 60er Jahren erforscht dort Theodor Schwenk, seit Jahren mit dem Werk Steiners bekannt, das Wasser der Waldbäche. Und versucht mit verschiedenen - mit alternativen Methoden, die Qualität dieses Wassers zu erfassen. Im Vorwort lesen wir, dass der Titel des Buches ein Ausdruck des Dichters Christian von Hardenberg - von Novalis, ist. Dieser Romantiker war für Schwenk einer der Wenigen Letzten, die noch etwas von der geistigen Erfülltheit der Elemente - vor allen Dingen des Wassers - wussten, bevor dieses alte Wissen verdämmerte. Bevor also die moderne Welt, in der wir leben, mit Naturwissenschaft und Technik, Industrialisierung und Vermarktung, das Wasser von einem Urbild des lebendigen zu einem physischen Stoff herabstuften - beherrschbar, verwertbar. Sein Anliegen ist, uns eine neue und andere Sicht der Elemente - vor allen Dingen des Wassers zu eröffnen; - uns, die wir am Ende dieser Epoche der Kultivierung der Erde und der Ausbeutung ihrer Stoffe stehen. Mit seinen alternativen Methoden untersucht Schwenk das Wasser in seiner Bewegung, im Strömen - im Prozess also. Und hält in seinen Bildern die Formen und Gestaltbildungen, die sich im Prozessualen ergeben, fest. Die eine, die einfachste Methode dabei haben wir hier: Es wird Wasser - ein Flüssigkeitsstrom - in ruhendes Wasser eingeleitet und stadienweise im Bild die Entwicklung des Prozesses der sich dabei ausgestaltet festgehalten. Am Ende differenziert sich die Form immer stärker aus - und wir stehen erstaunt, fasziniert vor einem Gebilde, welches uns tatsächlich an den menschlichen Kehlkopf erinnert. Wäre dieser also das Ergebnis eines Strömungsprozesses - der zum Organ verdichtete Luftstrom selbst? Und dann plastiziert dieses Organ wiederum seinerseits den Luftstrom und bildet die Grundlage unserer Stimme, unseres Sprechens. Im Monolog, vereint sich im Dialog mit dem Luftstrom aus dem Kehlkopf eines Anderen, mit einem Dritten, und wir sehen geradezu eine Gestaltbildung wie eine soziale Plastik vor uns." |